Wie in den Kirchenprotokollen zu lesen ist, gab es auch schon im 18./19. Jahrhundert unter den Einwohnern „schwarze Schafe“, d. h. Einbrecher und Diebe.
In den späten Abendstunden des 09. September 1770 stieg ein Dieb über die Dachlukenfenster des Leichenhauses – ohne jedes Pietätsgefühl – in das Kirchenschiff ein. Zunächst nahm er das große Wachslicht vom Altar und zündete im Beichtstuhl ein Gesangsbuch und andere Papiere an, um besser sehen zu können. Für ihn Brauchbares fand er trotzdem nicht. Aus lauter Frust darüber, schnitt er die goldenen Quasten vom Klingelbeutel ab und verschwand damit und mit der Wachskerze. Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass die Kirche nicht brannte.
Einen größeren Schaden richteten zwei Diebe an, die am 17. November 1830 in das alte Pfarrhaus, das am Hang zum Bach stand, einstiegen. Zuvor hatten sie schon versucht, in Pölitz bei Zarnekow etwas zu stehlen. (Pölitz bestand bis ca. 1959 aus zwei Bauernstellen und wurde dann eingeebnet.) Hier wurden sie jedoch gestört und flüchteten, waren aber dreist genug, eine Leiter von dort mitzunehmen. Mittels dieser Leiter stiegen sie in die obere Studierstube des Pfarrhauses ein, durchwühlten Schränke, stahlen einen Koffer und den Kirchengeldkasten, die sie zunächst in den Garten schleppten. Ihr Pech, beides war leer. Insgesamt war ihre Beute gering. Die Schäden an den Fensterläden und Türen waren groß und mussten von Tischlern und Schmieden repariert werden. Wie die Einbrecher bestraft wurden, ist nicht bekannt.
Quelle: Amt Neuburg: Broschüre; 800 Jahre Neuburg - eine Chronik