Geschichtsspuren - Teil 1 | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Wissenswertes aus Neuburgs Vergangenheit

Geschichtsspuren - Teil 1

Eine wechselvolle und interessante Geschichte prägt diesen Ort am Fuße des Wallberges, dem einstigen Ort einer Burg, die unserem Neuburg den Namen gab.

Anlässlich der 800-Jahr-Feier im Jahre 2019 erarbeiteten Frau Christel Kindler und ehrenamtliche Helfer unter der Leitung von Frau Carola Köpnick, eine Ortschronik, welche die Geschichte unseres Ortes anschaulich abbildet. Das war mit Sicherheit jede Menge Arbeit und so würde ich Euch gern in einer kleinen Serie von Beiträgen interessante Auszüge aus dieser Chronik zu lesen geben, denn die Arbeit dieser Gruppe sollte ausgiebig gewürdigt werden und wie könnte man dies besser tun, als sie den Einwohnern Neuburgs in Erinnerung zu rufen?

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Von den sieben Ortschaften in Deutschland namens Neuburg ist unser Neuburg die nördlichste, ca. 12 Kilometer von der Hansestadt Wismar entfernt.

Im Jahr 1219 wird Novum Castrum (Neue Burg) oder Neuburg erstmals urkundlich erwähnt. Ihre Gründung geht zurück auf die Erbauung zweiter slawischer Fürstenburgen in dieser Region – Alt-Ilow und Neu-Ilow (Novum Castrum).

Während Alt-Ilow im 12. Jahrhundert in einer sumpfigen Wiesenniederung errichtet wurde, ließ Johann der Theologe, der als Erbauer der Burg gilt, dieselbe auf einer weit sichtbaren Anhöhe bauen und erweitern. Mit Verlegung des Fürstensitzes nach Wismar Ende des 13. Jahrhunderts verfiel die neue Burg; nur ihr Name wurde auf das Pfarrdorf übertragen.

Von Anbeginn waren hier Bauern und einige Handwerker ansässig, was mit einer Urkunde von 1331 belegt wird. Hiernach ändern sich die Eigentumsverhältnisse an de elf großen Hufen mit den dazugehörigen Katen und Höfen sowie der Schmiede und den Burgwall. Im Wesentlichen bleiben diese dörflichen Strukturen bis Anfang des 19. Jahrhunderts erhalten. Dass bis zum Bau der Chausseen und Eisenbahn durch Neuburg die alte Poststraße von Wismar nach Rostock führte, war für den Ort nicht unbedeutend.

Großes Unglück geschah, als am 09. August 1886 (Dienstag) morgens auf dem Kruggehöft ein Feuer ausbrach und den gesamten Dorfkern erfasste. Elf Gehöfte, meist mit Strohdach, brannten nieder oder wurden stark beschädigt. Die zwei hiesigen Feuerwehrmänner wurden bei der Brandbekämpfung von Spritzenleuten aus Krusenhagen, Lischow, Kalsow und Ilow unterstützt. Zu diesem Zeitpunkt lebten in Neuburg ca. 300 Einwohner. Ein demografischer Wandel vollzog sich erst als infolge des 2. Weltkrieges 1945/46 viele Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten auch hierherkamen, heimisch wurden und sich eine neue Existenz schufen.

In den letzten Jahrzehnten hat Neuburg eine rasante Entwicklung genommen. Heute sind Gewerbe- und Handwerksbetriebe vorherrschend. Eine ausgewogene Infrastruktur und die schöne Natur tragen dazu bei, das junge Leute hierherzogen und Eigenheime bauten.

Die Gemeinde verfügt über zwei Schulen, je eine Kindertagesstätte, eine Tagesstätte für hilfsbedürftige und ältere Menschen sowie eine Anbindung an die Bahnlinie Wismar-Rostock u. v. m.

Mehrere Vereine und Interessengemeinschaften bereichern das gemeinnützige und kulturelle Leben. Mit einer Größe von 135 km² Fläche schlossen sich die Gemeinden Benz, Blowatz, Hornstorf, Hagebök, Krusenhagen und Neuburg zu einem Amt zusammen. Damit wurde Neuburg, wie im Mittelalter, Zentrum einer ganzen Region.