Geschichtsspuren - Teil 8 | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Etwas über die Neuburger Kirchenglocken

Geschichtsspuren - Teil 8

Zum Glockenensemble gehören 3 Glocken.

Die älteste ist ca. um 1500 gegossen worden und mit 1.000 kg Gewicht auch die schwerste. Ihre Umschrift lautet, in deutscher Sprache übersetzt:

„Ich tröste die Lebenden, ich beweine die Toten, ich vertreibe Schaden“

Die zwei anderen sind ursprünglich Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts zerbrochen. Der größte Teil blieb aber am Glockenstuhl hängen, die Bruchstücke wurden geborgen und sichergestellt. Da die kleine und die mittlere Glocke nicht mehr zu gebrauchen waren, musste ein Tagelöhner 1814 vor dem Gottesdienst die schwere, große Glocke läuten. Aus den zerbrochenen Glockenteilen wurde von dem Glockengießer P. M. Hausbrandt in Wismar 1838 eine neue Glocke gegossen, die im Herbst 1839 geweiht und aufgehängt wurde.

Im Ersten Weltkrieg wurden die kleinen Glocken abgehängt und sollten wie viele andere Kirchenglocken nach Hamburg abtransportiert und für Rüstungszwecke eingeschmolzen werden. Gott sei Dank kam es nicht dazu und sie wurden 1929 wieder nach Neuburg zurückgebracht. In einer feierlichen Prozession wurden die Glocken auf einem Pferdefuhrwerk vom Verladebahnhof Hagebök abgeholt und wieder in den Glockenstuhl montiert.

Auch im Zweiten Weltkrieg wurden die kleinen Glocken ausgebaut und sie sollten wieder eingeschmolzen werden. Unversehrt geblieben, sind sie aber nicht nach Neuburg zurückgekommen, sondern sollen auf Umwegen nach Schleswig-Holstein verbracht worden sein, wo sie jetzt in dortigen Kirchen den Gottesdienst einläuten.

Für die Neuburger Kirche wurden jedoch im Jahre 1985 im Thüringischen Apolda zwei neue Glocken gegossen und 1986 geweiht.

Die kleine Glocke wiegt 439 kg und hat die Umschrift:

„Gott allein die Ehre“

Die mittlere Glocke hat ein Gewicht von 636 kg und trägt die Umschrift:

„Friede sei mit Euch“

Quelle: Amt Neuburg: Broschüre; 800 Jahre Neuburg - eine Chronik